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andreas legath

über die Bilder

Publikationen

In der Geschichte der abendländischen Kunst ist die Landschaft relativ spät zum autonomen und geschätzten

Bildgegenstand geworden, Landschaft nicht als Vedute sondern als Metapher und Projektion des Gefühls, als

abstrakter Ausdruck des Sublimen, als Form. Genre- und Historienmalerei, das Portrait, allegorische und

symbolische Darstellungen enthielten die Landschaft nur im Detail als Hintergrund des Bildes. Erst seit Claude

Lorraines Klassischen Landschaften, in denen das mythologische oder biblische Geschehen in der Natur verschwindet,

wurde die Landschaft, insbesondere die italienische Landschaft Thema. Bis hin zu Peiffer-Watenphul, Purrmann

oder Gilles artikulierte sich die Landschaft deutscher Maler für den Süden, das Land, in dem die Zitronen blühen, in

zahllosen Bildern. Die italienische Landschaft wurde nicht nur ihrer Harmonie wegen gerühmt, sondern weil jedes

Stück von ihr kultivierte, bearbeitete, gepflegte Natur ist, Natur zur Kultur wird.

 

Für Legath ist nicht die weite Landschaft mit ihren Zypressen und die Hügel krönenden Villen und der ewig blaue

Himmel attraktiv, sondern eher die Kargheit der Crete Senese oder die sardische spröde Landschaft mit ihren

Brandspuren.

Seine Landschaften, schnell notiert in Zeichnungen vor Ort, später im Studio übersetzt und entwickelt, langsam auf

Grundierungen entstehend, haben eher mit den Karstlandschaften Istriens oder dene Friauls zu tun wie wir sie von

den Bildern Zoran Musics kennen. Sie sind mit den monochromen Landschaften Giorgio Morandis verwandt, wie

denen des Spaniers Hernandez Pijuan, aber auch der in Mexiko das Licht und die Strukturen studierenden

Agnes Martin.

 

Legath interessiert sich für die von Menschen realisierten Strukturen und Spuren in der Natur. Was für Pijuan die

abgeernteten Felder Kataloniens waren, ihre Strukturen wie auch die Wellenbewegungen des Korns und das Rotbraun

als dominierende Erfahrung einer weitgehend monochromen Landschaft, was für Martin das Licht und die linearen

Elemente der Wüste waren, sind für Legath die vom Menschen produzierten Erscheinungsformen der Landschaft,

die seriellen Brandspuren, Felder und Terassierungen, so wie ihn auch das sich wandelnde Verhältnis von Himmel und

Erde, ein altes Thema der Landschaftsmalerei interessiert.

Die Erde ist in ein ständig vom Grau mitbestimmtes Braun getaucht, die Himmel fahl und keineswegs von hell

leuchtendem Blau. Legaths Bilder tendieren zur Monochromie.

 

Die Natur, die konkrete Landschaft ist Ausgangspunkt für sein Abenteuer der Farbe. Als zusätzliches Gestaltungsmittel

mengt der Künstler der Farbmasse feinen Sand bei, der dazu verhilft, dass das Bild ein Relief erhält, ja auch dass die

feinen Kristalle im Sand das Licht reflektieren.

Fast tautologisch ließe sich argumentieren, dass das Bild, das vom Sand erzählt aus Sand entstanden ist.

Für Morandi hatte die Landschaft wie das Stillleben etwas von der toten Natur des letzteren.

Legaths Bilder gehen von konkreten Erfahrungen aus. Aus dieser Erfahrung resultiert - und hier ist auch die

Entfernung vom ursprünglichen Bildgegenstand wesentlich - eine eigene unverkennbare Bildsprache, die einen

wesentlichen Beitrag zu Landschaftsmalerei heute darstellt.

 

Peter Weiermair